
Ein Thema das immer wieder auf den Tisch kommt, ist der Besuch im Frühwochenbett (in den ersten 14 Tagen). Und in dem Fall nicht von mir der Hebamme, sondern von deiner Familie oder Freunden.
Fluch oder Segen?
Jeder möchte den neuen Erdenbürger bewundern und bestaunen und das kann ganz schön stressig werden, für euch als frisch gebackene Eltern. Wenn dein Baby geboren ist, dann braucht ihr erstmal Zeit um euch von der Geburt zu erholen und euch gegenseitig kennenlernen. Außerdem ist es eine Phase, in der dein Körper die Hormonlage total verändert und auf “Stillhormone” umstellt. In dieser Zeit kann es sein, dass du sehr sensibel auf manche Dinge reagierst.
Frühwochenbett Fakten:
- Erholung nach der Geburt und Rückbildung
- Heilung von eventuellen Geburtsverletzungen
- Gegenseitiges kennenlernen, bewundern und bestaunen
- Erste Stillerfahrung und Handling beim Anlegen
- Umgang und Pflege mit dem Neugeboren
- Veränderte Schlafrhythmen und weniger Schlaf…
Es gibt so viel Neues bei euch zu Hause und diese wunderschöne, spannende und auch aufregende Zeit braucht vor allem eines! Und das ist Liebe, Ruhe, ganz viel Geduld und Sicherheit.
Meine Tipps für den Besuch im Wochenbett:
- Gut gemeinte Ratschläge vermeiden: “Ist das Baby nicht zu dünn angezogen, es friert ja”, “ich glaube dein Baby hat Hunger, hast du vielleicht zu wenig Milch?”
- Nicht das Baby einfach anfassen oder küssen, hochhalten ohne vorher zu fragen. Die Mama wird durch ihren neuen Hormon nämlich zur Löwin.
- Nicht das Baby für den Besuch wecken. Neugeborene schlafen noch sehr viel, bis zu 18 Stunden.
- Geschenke mitbringen, ganz wichtig auch für das Geschwisterkind. Und für die Eltern ein leckeres Essen, Kuchen oder frische Blumen.
- Der Besuch sollte nicht länger als 30 Minuten sein, am besten geht der Besuch von alleine und muss nicht gebeten werden. Mehr ist für den Anfang oft zu anstrengend.
- Wenn der Besuch krank ist oder ein Herpes hat, sagt er bitte ab.
- Der Besuch wäscht sich ganz normal die Hände mit etwas Seife, sie müssen nicht extra desinfiziert werden.
- Spontanbesuche sind nicht schön. Bitte vorher etwas ausmachen. Und nicht traurig sein falls die Familie doch noch absagt. Es kann eine sehr anstrengende Nacht gewesen sein.
Keine Sorge das bleibt nicht für immer so. Es gibt auch irgendwann andere Themen als die Kinder. Und die Eltern sind auch bald nicht mehr so sehr müde und freuen sich über Besuch und den Austausch mit Anderen.
Stillkugeln selber machen, und die sind super lecker. -Sie geben dir Kraft um dein Baby zu stillen.
Zutaten für Stillkugeln:
- 1kg Gerste, Weizen oder Hafer, in beliebiger Mischung, im ganzen Korn oder geschrotet
- 300g gekochter Vollkornreis
- 350g Butter oder Ghee
- 300g Honig
- eventuell 1 Tasse Mandeln, Haselnüsse oder Cashewkerne (fein gehackt)
- 1 Glas Wasser
So bereitest du Stillkugeln zu:
- Wenn du das Getreide im ganzen Korn gekauft hast, musst du es zuerst noch selber schroten. Das geschrotete Getreide röstest du anschließend in einer großen Pfanne ohne Öl an, bis es leicht braun wird.
- Mische das noch warme, geröstete Schrot mit Reis, Butter, Honig und gehackten Nüssen.
- Gib nach und nach etwas von dem Wasser hinzu, bis die Masse formbar wird.
- Forme nun aus der Masse die Kugeln mit einem Durchmesser von ungefähr zwei Zentimetern.
- Wenn du möchtest, kannst du die fertigen Kugeln noch einmal in Kokosraspeln, Kakao oder anderen Zutaten wälzen und sie so „panieren“.
Die fertigen Kugeln solltest du im Kühlschrank lagern.
Deine Hebamme Lara