Die Hebamme von heute? Oder ist die Arbeit noch genau die gleich wie damals?

Konzentrieren wir uns auf die aktuelle Arbeitssituation im Kreißsaal und die dazugehörigen Arbeitsfelder, bei angestellten Hebammen in der Geburtshilfe.

Hebammen begleiten die werdende Mutter und das Ungeborene auf dem individuellen Weg ans Licht.
Und dafür braucht es Zeit, denn nicht jede Geburt ist gleich wie die andere und dauert genau 6 Stunden. Sehr schön finde ich, dass nicht planbare Geburtsdatum, oder die Geburtszeit des Babys. Gebären kennt keine Zeit. deshalb gibt es Frühdienste, Spätdienste und die Nachtdienste, in denen wir arbeiten. Hebammenarbeit besteht zu 40% aus der Dokumentation! Wusstest ihr das?

Wenn neues Leben auf die Welt kommt, muss alles ganz genau mit Zeitangaben und Unterschriften dokumentiert werden, damit es für einen Dritten auch nach langer Zeit noch nachvollziehbar ist.
Die Aufgabe einer Hebamme in der Klinik ist, alles im Kreißsaal für die Geburt vorzubereiten. Dazu gehören Öle, warme Handtücher, Pezziball, Geburtshocker, Geburtspäckchen, eventuell ein warmes Wannenbad und noch vieles mehr.

Auch für den Notfall sind wir mit allem ausgerüstet was es braucht.
Die Frau wird von den ersten Wehen oder dem Blasensprung bis zur Geburt des Kindes und ein paar Stunden danach begleitet. Aber ist das aktuell überhaupt möglich? Sehr oft leider nicht, da ein großer Hebammen Mangel besteht. Jede Frau hat jedoch das Recht von einer Hebamme bei der Geburt komplett betreut zu werden. Und das wünschen wir Hebammen uns auch für jede Familie.

Wir würden gerne 1 zu 1 arbeiten und nicht mehrere Familien gleichzeitig betreuen müssen, dafür machen wir uns Stark. es kommt auf unser Fingerspitzengefühl an, jedes Paar individuell und genau nach ihren Bedürfnissen begleiten  zu können.

Jederzeit überwachen wir Mutter und Baby, um sicher zu gehen dem Paar eine so natürliche Geburt wie möglich zu ermöglichen. Nach der Geburt fördern wir direkt den Hautkontakt zwischen Mama und Baby- und das so lange wie es nur möglich ist. Das erste kennen lernen beginnt im Bonding. Fühlen und riechen direkt über die Haut. Da sprühen die Glückshormone wie verrückt. Auch das Stillen und die erste Untersuchung des Neuankömmlings liegt in unserer Aufgabe.

Nach der Geburt, wenn die kleine Familie von uns auf die Wochenbettstation verlegt worden ist, oder die Frau eine ambulante Geburt hatte und nach ein paar Stunden nach Hause entlassen wird, geht es für uns ans sauber machen, auffüllen frisch beziehen des Kreißbettes um eine gemütliche Atmosphäre für die nächste Familie zu schaffen.

Deine Hebamme Lara

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